Schutz.. Schutz… Schutz….. Euphemie pur

Der Schutz der Gesellschaft sei das oberste Ziel, argumentieren die (Berner) Behörden bei fragwürdigen repressiven Entscheiden immer wieder… wer’s glaubt, wird seelig, aber als Schlagwort für verblendete Bürger scheint dieses Vorgehen (immer noch) zu ziehen. Insbesondere die Berner Behörden unter dem RR Hans-Jürg Käser haben sich zum Ziel gesetzt, die Gesellschaft mit einer Hexenjagd gegen Pädophile und Andersdenkende zu unterhalten und auch zu belustigen, wohl auch, um damit von eigenen Unzulänglickeiten wie den seit Jahren bekannten und doch andauernden Misständen im Thorberg etc. abzulenken.

Muss nun daraus geschlossen werden, dass der mündige Bürger derart inkompetent ist, dieses Vorgehen zu durchschauen?

Muss nun daraus geschlossen werden, dass der mündige Bürger dieses Vorgehen gar (aktiv?/ passiv?) unterstützt (wie ebenfalls von inkompetenter Behördenseite angeführt wird)?

Muss daraus geschlossen werden, dass der Nichtbeteiligte Bürger sich einfach einen Scheiss um die eingesperrten Menschen kümmern will, weil es ihm schlicht egal ist, da es ihn ja nicht betrifft?

Muss nun daraus geschlossen werden…. Ja, was eigentlich???

Urteilen sie selbst: Kommentare sind erwünscht.

Ein Beispiel aus jüngster Vergangenheit: Ein ehemaliger Straftäter mit einem sogenannten “Sexualdelikt an Knaben im vor- und pubertären Alter” wird nach 11 1/2 Jahren Haft erzwungenermassen bedingt entlassen, obwohl die Berner Behörden ihn gerne länger eingesperrt hätten!!! – Bewährung vorerst 3 Jahre, wobei diese verlängert werden kann. Seine Strafe im Jahre 2005 betrug 35 Monate, 2008 hatte er also seine Strafe vollumfänglich verbüsst. Er ist also neben der 100prozentigen Verbüssung der Strafe von 35 Monaten zusätzlich mit 8 1/2 Jahre präventivem Einsperren bestraft worden, wurde während diesen ganzen 11 1/2 Jahren zur forensischen Psycho-Therapie gezwungen und musste dann, vom Gericht angeordnet, bedingt entlassen werden. Dieses Vorgehen ist also die “Hilfe einer Massnahme nach Art. 59 StGB” – mit mehr Euphemie kann man die Menscheheit nicht beglücken! Die Behörden attestieren dem Mann weiterhin ein (statistisches) hohes Risiko für Rückfälle. Erstaunlich, denn damit ist der Umkehrschluss gegeben, dass die Behörden selber ihre verordneten Therapien und die damit verbundenen exterm hohen Kosten von insgesamt etwa 3 Millionen Schweizer Franken als sinnlose Alibi-Übung andenken, denn nach 11 1/2 Jahren adäquat durchgeführter Psycho-Therapie muss eine Änderung eingetreten sein, welche doch auch das statistische Risiko beeinflussen müsste…. Nun denn, dieser entlassene Mensch, der seine Strafe nun also 4 x solange verbüsst hat als wie es das Straf-Gesetzbuch StGB und der Richter vorgesehen hatte (jaja, lieber Leser, DAS ist die heutige Realität!!!), ist also mit sehr repressiven und einschränkenden Auflagen entlassen worden. Endlich frei, dachte er im Vorfeld…. doch das war ein Trugschluss!, denn frei ist er bestimmt nicht. Er hat zwar keine Gitter mehr vor dem Fenster, doch die repressiven Auflagen der Berner Behörden machen ihm das Leben schwerer als schwer; so muss er sich wöchentlich eine Stunde bei der Bewährungshilfe… ähm, Bewährungskontrolle… einfinden; so muss er den verordneten behördlichen und ohne Schweigepflicht stattfindenden wöchentlich stattfindenden Psychotherapiesitzungen beiwohnen; so muss er über sich ergehen lassen, dass seine internetfähigen Geräte wie Handy und Computer so alle zwei Monate eingefordert werden und einer forensichen Kontrolle unterzogen werden; so muss er sich gefallen lassen, dass ihm ein Kontaktverbot zu unter 18 Jahre alten Menschen auferlegt wurde – nicht wie im Gesetz vorgesehen ein Berufsverbot, was hätte nachvollzogen werden können – und so weiter.

Interessant, dass gerade in der aktuellen Ausgabe des plädoyer 4/17 auf die Thematik “Forensische Psychotherapie” eingegangen wird und der Behördenapparat dabei als übergriffig tituliert wird, dass ein massiv überschätztes Prognoseinstrumentarium genannt wird, und dass ebenfalls die repressiven ordnungspolitischen Psychotherapien bemängelt werden. Ein mehr als lesenswerter Artikel.

Zurück zum euphemisch “Schutz” gennanten Vorgehen der Behörden, welches sich längst als übergriffiges Kontroll-Instrument gegen mehr oder weniger Wehrlose entlarvt. Der Entlassene also – der übrigens gegen die Auflagen rekuriert bzw. Beschwerde führt – hatte nun nach seiner Entlassung persönlichen Kontakt zu seinem langjährigen erwachsenen Freund und Mentor aufgenommen, und da dieser einen minderjährigen Sohn hat, der zeitweise bei ihm wohnt, kam es gezwungenermassen auch zu sogenannten Kontakten mit dessen Sohn. Die Folge davon ist: Die KESB hat sich eingeschaltet und hat – natürlich zum Schutz des Sohnes vor einem Pädophilen, dem feindbild der Nation – den Kontakt zwischen Vater und Sohn für ein halbes jahr verboten bzw. auf meines Wissens wöchentliche begleitete Kontakte reduziert!!! Die Mutter, daselbst Psychotherapeutin, schütet inkonsequenterweise Oel ins Feuer und macht eine Gefährdungsmeldung, ist allerdings nachher überrascht, wie umfassend und auch für sie selbst unbequem doch die schädlichen Reaktionen der KESB  sind, denn ein Kontaktverbot zwischen Vater und Sohn ist absolut schädlich für eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Vater und Sohn! Daneben, dass nun ein Betreuungsteil für den Sohn wegfällt, was die Mutter in Bedrängnis bringt. Kommt weiter dazu, dass die Mutter selbst höchst gewalttätige innerfamiliäre Tendenzen auslebt, welche weiter schädliche Auswirkunegn auf die beiden Söhne haben, was jedoch von der KESB wohlwissend negiert wird. Schliesslich hat man ja jetzt ein gemeinsames Feindbild geschaffen und kann sich gegen dieses verschwören – natürlich nur zum Schutz des Kindes….. öhm, was muss eigentlich geschützt werden??? Hypothetisch könnte man denken, es gelte ein Kind vor einem “bösen Mann” zu schützen… nur, erstens muss weder der betreffende Knabe und noch müssen pauschal alle Kinder unter 18 Jahren geschützt werden, denn es gibt absolut keinerlei Anzeichen eines auch nur geringsten Missbrauches – zweitens ist dieses Vorgehen eine Bankrotterklärung einer Gesellschaft gegenüber einem tabuisierten Thema, welche keineswegs mit einem Schutz irgendeines Gutes zu vereinbaren ist.

Fazit: Schutz ist nicht gleich Schutz. Mit solchem behördlichem Vorgehen, wie es seit einigen Jahren im Rahmen von Art. 59 und Art. 64 StGB vollzogen wird, ist weder der eine noch der andere wesentlich geschützt. Die Massnahmen laufen längst in eine falsche Richtung und werden längst missbräuchlich gegen Randständige angewendet, die sich leider meist nicht dagegen wehren können und die dieser behördlichen Übermacht ohnmächtig ausgeliefert sind.

“Das Verschuldensprinzip ist ausgehebelt”, tituliert der plädoyer-Artikel  richtigerweise. Einsperren von Menschen, noch dazu von sogenannt “schwer psychisch gestörten” Menschen, ist ein Rechtsbruch und widerspriucht klar menschenrechtlichen Vorgaben. Nur, die Schweiz foutiert sich darum und keiner der “kleinen Leute” hat die Macht und die finanziellen Mittel, sich gegen dieses ungerechte Vorgehen zu wehren.

Gerechter wird die kleine Schweizer Welt damit nicht – und mehr Schutz existiert dadurch erst recht nicht. Vielleicht vorübergehend, aber sicher nicht nachhaltig, denn auch die lange Eingesperrten werden eines Tages aus dem präventiven Freiheitsentzug entlassen, und wehe euch dann!

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